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Fluchtgrund | Fluchtgrund Klimawandel
Die schleichenden Folgen der Erderwärmung führen zunehmend zu extremen Wetterereignissen, was wiederum die Lebensbedingungen in den betroffenen Regionen verschlechtert. Migration ist die Folge.
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 Bild (Ausschnitt): © Hoxuanhuong [All rights reserved]  - Dreamstime.com

Klimawandel

Bild (Ausschnitt): © Hoxuanhuong [All rights reserved] - Dreamstime.com

Um es überspitzt zu formulieren: Wenn wir Textilien aus Bangladesch nach Europa importieren, werden dadurch Klimaveränderungen begünstigt, die sich z.B. als Dürreperioden in der Sahelzone niederschlagen können, welche – begleitet von weiteren verstärkenden Faktoren – dazu führen, dass Menschen fliehen müssen, um zu überleben. 1) Globalisierung Fakten: Treibhauseffekt; nicht mehr verfügbar

Die schleichenden Folgen der Erderwärmung führen zunehmend zu extremen Wetterereignissen, was wiederum die Lebensbedingungen in den betroffenen Regionen verschlechtert. Migration ist die Folge. Grundsätzlich gilt, dass regionale Handlungen immer auch globale Folgen haben können. Der weltweite Handel, der durch die Globalisierung vorangetrieben wird, hat weitreichende ökologische Konsequenzen. Klimawandel wird begünstigt durch Entwaldung, Verbrennung fossiler Energieträger, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft.

Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorberg
Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorberg | Bild: © Cvoelker [CC BY-SA 4.0] - Wikimedia Commons

Obwohl wir unsere Waren in Entwicklungsländern produzieren lassen, sind hauptsächlich die Industrie- und Schwellenländer für den Klimawandel verantwortlich. Durch die Auslagerung der Produktion wälzen wir den CO2-Ausstoß auf die produzierenden Länder ab und senken gleichzeitig unsere Emmissionsbilanz. Wir kaufen in Deutschland Kleidung „Made in China“ und machen uns dadurch mitverantwortlich, dass vor Ort die CO2-Werte steigen. Der aktuelle Anteil der Industrieländer an weltweiter CO2-Emission wird auf drei Fünftel geschätzt. 2) Spiegel Online: Globale Statistik – Reiche Staaten schieben CO2-Ausstoß ab; Artikel vom 27.4.2011

Seit der Industriellen Revolution konnten wir unser hohes Wohlstandsniveau über Jahrzehnte nur in Verbindung mit einem immensen Emissionsausstoß halten, der maßgeblich an der klimatischen Entwicklung heute beteiligt ist. Unabhängig von anderen Faktoren ist allein durch die sich zuspitzende ökologische Situation ein Spielraum für Entwicklungsländer auf dem selben Pfad des Wachstums nicht mehr möglich. 3) Südwind Institut: Die Armen tragen der Reichen Last – Auswirkungen des Klimawandels auf die Entwicklungsländer; herausgegeben November 2009

Besonders häufig sind Entwicklungsländer betroffen. Aufgrund ihrer geografischen Lage und eines unsicheren wirtschaftlichen und politischen Systems, ist es in Entwicklungsländern schwieriger, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen oder vorsorgende Maßnahmen zu ergreifen. Die betroffenen Länder geraten in einen Teufelskreis aus Armut und fehlenden Anpassungsmaßnahmen, wodurch sich Hunger, Wasserknappheit und Konfliktsituationen verschärfen.

Gewitter
Gewitter | Bild: © Axel Rouven - Wikimedia Commons
(c) Sadikgulec | Dreamstime.com
Verunreinigtes Wasser | Bild: © Sadikgulec - Dreamstime.com

Eine entscheidende Fluchtursache ist Ernährungsunsicherheit, die durch extreme Wetterlagen begünstigt wird. In vielen Regionen der Welt kommt es zunehmend zu Dürren, Stürmen, Überflutungen und starken, den Boden auslaugenden Niederschlägen, die Ernteausfälle verursachen. Steigende Lebensmittelpreise sind damit unausweichliche die Folge. Menschen in den betroffenen Ländern können sich dadurch eine ausreichende Ernährung kaum leisten. Klimatische Veränderungen führen aber auch schon seit längerem in zahlreichen Ländern zu Wasserknappheit. Auch dies wirkt sich auf die Ernten, teils auch auf Ressourcenkonflikte und – verbunden mit unzureichenden Hygieneverhältnissen – auf die zunehmende Verbreitung von Erkrankungen aus. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass durch steigende Temperaturen bereits 150.000 Todesfälle pro Jahr zu verzeichnen sind. Die Zahl der Menschen ohne ausreichendes Wasser wird mittelfristig, so die UN, weltweit von derzeit 1,8 Milliarden auf fünf Milliarden steigen. Besonders von Wasserknappheit betroffen sind Afghanistan, Bangladesch, Iran, Gambia, China, Peru, Sierra Leone, Indien, die USA, Spanien, Kenia und Uganda. 4) Pro Asyl: Auf der Flucht vor dem Klima; herausgegeben Januar 2013

Der klimatisch bedingte Meeresspiegelanstieg führt nicht nur zur Zerstörung zahlreicher Ökosysteme und Landstriche, sondern auch zu Küstenerosion, Versalzung der Böden und des Trinkwassers. Es wird geschätzt, dass in Zukunft über 50 Prozent der Weltbevölkerung davon betroffen sein könnten. Vor diesem Hintergrund muss leider schon von der schleichenden Zerstörung von Staatsterritorium („Sinking Islands“) gesprochen werden.

Im Zusammenhang mit den direkten meteorologisch bedeutsamen Folgen des Klimawandels kommt es häufig zur Verschärfung von regionalen Krisen: Durch das zunehmend unberechenbare Wetter wird die natürliche Anpassung an das Klima erschwert. Treffen unzureichende Anpassungsmaßnahmen auf ein instabiles politisches System (wie beispielsweise in Somalia), verschärfen sich die Auswirkungen von Hungersnöten. Vor dem Hintergrund kolonialgeschichtlicher Faktoren kommt es im Zuge des Klimawandels auch zu Desertifikation und Bodendegradation. 5) Pro Asyl: Auf der Flucht vor dem Klima; herausgegeben Januar 2013 6) Weltklimabericht 2014: Klimaflüchtlinge müssen weiter warten; Artikel vom 24.5.2014

In der Sahelzone beispielsweise wurde Land traditionell landwirtschaftlich genutzt, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die europäische Kolonialisierung schränkte die Wanderungsbewegungen der dort lebenden Nomaden ein, was veränderte Bodennutzungsrechte mit sich führte. Dadurch wurden die festen sozialen Gefüge gestört und es kam zunehmend zu Verarmung. Ferner brachte die Kolonialisierung eine Vermarktlichung des Agrarsektors mit sich, welche die traditionelle Subsistenzwirtschaft ablöste. Es kam zu einer Übernutzung des Naturpotenzials und mit zunehmender Trockenheit aufgrund des Klimawandels nahm die Verarmung der Böden und damit einhergehend auch die Verarmung der Bevölkerung zu. Umfassende Armut lässt wenig Spielraum, klimaeffizientere Anpassungsmethoden einzuführen. Eine Folge ist eine verschärfte Ausbeutung der Böden, welche eine dauerhafte Nutzung unmöglich macht und früher oder später die Bevölkerung dazu zwingt, ab- oder auszuwandern.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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