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Kann der Kampf gegen den Klimawandel von der Digitalisierung profitieren?

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 56 Prozent der Deutschen sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann |  Bild: © Bram de Jong [(CC BY-NC 2.0) ]  - flickr

56 Prozent der Deutschen sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann | Bild: © Bram de Jong [(CC BY-NC 2.0) ] - flickr

Kann der Kampf gegen den Klimawandel von der Digitalisierung profitieren?

65 Prozent der Deutschen sehen den Klimawandel als das größte und drängendste Problem der Menschheit, so eine aktuelle Befragung des Digitalverbands Bitkom. Die Debatte um den Kampf gegen die globale Erwärmung ist auf den Straßen sowie in den Parlamenten ständig in Gange. Welche Rolle die Digitalisierung dabei spielen könnte, wird zumindest von Seiten der Politik selten erwähnt. Obwohl das Potential groß ist. Dem stimmen auch über die Hälfte der Bundesbürger zu. 56 Prozent sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann. Grüne und gerechte Ökonomie im Sinne des Klimaschutzes bedeutet den Abschied von fossilen Brennstoffen und Kreislaufwirtschaft. Zudem mehr Effizienz in allen Bereichen, weniger Materialverbrauch und Schutz der Ökosysteme. All das ist mit moderner Technik leichter zu erreichen als ohne. Zukunftsrelevant sind zum Beispiel digitale und intelligente Stromnetze und Heizungstechniken, die den Energieverbrauch deutlich reduzieren, ebenso Anwendungen und Sensoren, die den Ressourcenverbrauch in der Landwirtschaft verringern oder 3D-Drucker. Auch die smarte Mobilität birgt viele Chancen. Mit selbstfahrenden Autos sollen zukünftig bis zu 90 Prozent der bisherigen Fahrzeuge von den Straßen geholt werden. Bis 2030 verspricht man sich die CO2-Emissionen des Transportsektors um vier bis sechs Prozent zu verringern. Die Technologie autonomer Fahrzeuge ist in der Lage, die gesamte Verkehrssituation besser einzuschätzen und kann so konsequenter Energie sparen. Besonders die automatische Geschwindigkeitsregelung ist interessant. Mit entsprechenden Tempomaten könnten PKWs in der Stadt selbst bei flüssigem Verkehr zehn Prozent Energie sparen. Zu Stop-and-Go Zeiten liegt die Prognose sogar bei einem Drittel. Voraussetzung ist jedoch ein passendes und entsprechendes Verkehrskonzept, denn die neue Bequemlichkeit autonomer Autos könnte andere umweltfreundliche Verkehrsformen wie die öffentlichen Verkehrsmittel zu unattraktiv machen. 1) Epo: Klimawandel: Jeder Zweite sieht Digitalisierung als Problemlöser; Artikel vom 08.10.2019 2) Spiegel Online: Digitalisierung und Umwelt: „Utopie und Horror liegen dicht nebeneinander; Artikel vom 11.04.2019 3) Ich bin Zukunft: Autonome Autos schonen das Klima; Artikel vom 17.07.2019

Klimaneutral ist auch die Informations- und Kommunikationsbranche (Computer, Mobilfunkgeräte, Netzwerke und Datencenter) nicht. Mit zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen liegt sie gleichauf mit Flugzeugbenzin. Der größte Teil wird bei der Produktion erzeugt. Die anfallenden Emissionen werden in Zukunft wohl steigen. Immer mehr Menschen erlangen Zugang zu moderner Technik. Die wachsende Nachfrage bedeutet auch wachsendes Angebot meist kurzlebiger Geräte. Besonders die Handyindustrie gründet sich auf Ersatz statt Recycling oder Reparatur kaputter Mobiltelefone. Allerdings kann auch hier von mehr Energieeffizienz profitiert werden. Große Digitalunternehmen sind noch weit davon entfernt „nachhaltig“ zu sein, nehmen sich dieser Thematik aber vermehrt an. 4) Süddeutsche Zeitung: CO2-Bilanz der Digitalisierung: Gutes Smartphone, Schlechtes Smartphone; Artikel vom 13.05.2019 5) Zeit Online: Stimmt’s / Erderwärmung: Heizen Smartphones das Klima auf?; Artikel vom 16.04.2019

Die größte Gemeinsamkeit haben Digitalisierung und Klimawandel wohl in der Rapidität ihrer Entwicklung. Schon 2009 prognostizierten die Vereinten Nationen, der Klimawandel könnte zukünftig zum Hauptfluchtgrund werden. Die Prognose hat gestimmt. Offiziell nicht als Fluchtgrund anerkannt, ist er für mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit verantwortlich. Für die nächsten fünf Jahrzehnte werden zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Klimaflüchtlinge erwartet. Neben Hunger, Armut, Perspektivlosigkeit und dem Verlust der Heimat bergen die Klimaveränderungen auch ein enormes Konfliktpotential um Ressourcen und Raum. 6) UNO Flüchtlingshilfe: Klimawandel als Fluchtgrund: Lebensgrundlagen schützen und erhalten; zuletzt aufgerufen am 17.10.2019

Diese Flüchtlingsproblematik zeigt, dass der Klimawandel sich nicht nur schnell entwickelt, sondern auch schnellstens so gut es geht eingedämmt werden muss. Das Tempo kann die Digitalisierung halten. Ohne die richtigen politischen Rahmenbedingungen und Entscheidungen ist sie aber auch wirkungslos oder gar schädlich. So wie der Kampf gegen die Erderwärmung das Engagement vieler verschiedener Parteien erfordert, so braucht auch die Digitalisierung den Beitrag differenzierter Bereiche – aus der Wirtschaft, der Politik und auch von jedem Einzelnen in seinem Konsumverhalten. Zusammen muss die Digitalisierung zielführend ausgerichtet werden, um gute Ansätze umzusetzen.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Lina Schulz

Hi, ich bin Lina, 19 Jahre alt und für ein Jahr bei EarthLink. Ich freue mich auf den Umgang mit aktuellen Themen und möchte über entwicklungspolitische Zusammenhänge informieren.

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