Seiten
Kategorien

Vertreibung in Ostjerusalem: Israelische Sicherheitskräfte zerstören Häuser von Palästinensern

-

Oft zerstört die israelische Armee Häuser von Palästinensern in Ostjerusalem und zwingt die Bevölkerung damit zum Rückzug aus arabischen Stadtteilen Oft zerstört die israelische Armee Häuser von Palästinensern in Ostjerusalem und zwingt die Bevölkerung damit zum Rückzug aus arabischen Stadtteilen |  Bild: ©  Ted Swedenburg [CC BY-NC 2.0]  - Flickr

Oft zerstört die israelische Armee Häuser von Palästinensern in Ostjerusalem und zwingt die Bevölkerung damit zum Rückzug aus arabischen Stadtteilen | Bild: © Ted Swedenburg [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Vertreibung in Ostjerusalem: Israelische Sicherheitskräfte zerstören Häuser von Palästinensern

Der Nahost-Konflikt um Israel und Palästina ist einer der explosivsten Konflikte auf der Welt. Der kleinste Auslöser kann zu Massenprotesten und gewaltsamen Ausschreitungen führen. Vergangenen Montag wurde neues Öl ins Feuer gegossen. Israel hat mit Hilfe von etwa 700 Polizisten und 200 Soldaten 10 Gebäude mit insgesamt 70 Wohnungen in Ostjerusalem abgerissen. Die Häuser seien größtenteils noch im Bau, laut UN hat dies dennoch die Vertreibung von 17 Palästinensern, davon 9 Flüchtlinge und 11 Kinder zur Folge. 350 Palästinenser sind direkt durch die Zerstörung ihrer zukünftigen Wohnungen betroffen. 1) Spiegel Online: Deutschland kritisiert Zerstörung palästinensischer Häuser; Artikel vom 23.07.2019 2) United Nations: UN Officials call on Israeli Authorities to halt Plans for Demolitions in Sur Bahir; Artikel vom 17.07.2019 3) AlJazeera: Israel’s Home Demolitions a „War Crime“: Palestinian Envoy; Artikel vom 23.07.2019 4) BBC: Israel razes Palestinian Homes „built too near Barrier“; Artikel vom 22.07.2019

Die betroffenen Gebäude liegen in Sur Baher, einem palästinensischen Stadtteil Jerusalems. Die Situation in diesem Bezirk ist kompliziert. Anfang der 2000er Jahre begann Israel im ganzen Land mit dem Bau von Zäunen und Mauern, um nach eigenen Angaben palästinensische Anschläge besser abwehren zu können. Dabei sind viele von diesen Sperranlagen teilweise weit innerhalb der Grenzen des besetzten Westjordanlandes und Ostjerusalems – so auch in Teilen Sur Bahers. Obwohl das Westjordanland von Israel besetzt wird, gibt es dennoch eine (von Israel anerkannte) autonome palästinensische Administration, die Verwaltungsaufgaben übernimmt. Diese Administration hat den Bau der Häuser im ostjerusalemer Stadtteil genehmigt, da dieser Bereich unter ihre administrative Zuständigkeit fällt. Israels oberster Gerichtshof hingegen entschied, dass erst die Erlaubnis des militärischen Befehlshabers hätte eingeholt werden müssen. Die Gebäude befänden sich weniger als 250 Meter entfernt vom Grenzzaun und stellen daher eine Gefahr für die Sicherheit Israels dar. Attentäter könnten die Häuser für Anschläge auf Israel nutzen. Zudem könnten Waffen und Munition dort gelagert werden. Die Palästinenser werfen Israel hingegen vor, dass es eigentlich nicht um die Sicherheitslage geht, sondern darum, die arabische Bevölkerung in Ostjerusalem zu verringern. Dies sei der wahre Grund, warum Palästinenser nur sehr selten Baugenehmigungen erhalten, oder ihre Häuser abgerissen werden. 5) Spiegel Online: Deutschland kritisiert Zerstörung palästinensischer Häuser; Artikel vom 23.07.2019 6) CNN: Israeli Forces demolish Palestinian Homes in east Jerusalem; Artikel vom 23.07.2019 7) AlJazeera: Israel’s Home Demolitions a „War Crime“: Palestinian Envoy; Artikel vom 23.07.2019 8) Deutschlandfunk: Abriss von Palästinenser-Häusern in Sur Baher; Artikel vom 22.07.2019 9) ARD: Palästinenser verlieren ihr Zuhause; Artikel vom 23.07.2019 10) BBC: Israel razes Palestinian Homes „built too near Barrier“; Artikel vom 22.07.2019 11) AlJazeera: Wadi Hummus: Another Israeli Celebration of Ethnic Cleansing; Artikel vom 23.07.2019

Infolge des Sechs-Tage-Krieges von 1967 besetzte Israel das Westjordanland und ganz Jerusalem. Der Status als besetztes Gebiet gewährt der dort lebenden Bevölkerung eigentlich gewisse Schutzrechte gegenüber der Besatzungsmacht. So stellt die widerrechtliche Umsiedelung von Zivilisten aus besetzten Gebieten einen Verstoß gegen die vierte Genfer Konvention dar und ist nach dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofes ein Kriegsverbrechen. Saleh Higazi, Vertreter von Amnesty International für den Mittleren Osten und Nordafrika sagt hierrüber: „ Diese Zerstörungen sind schamlose Verletzungen von Völkerrecht und Teil der systematischen Strategie israelischer Behörden, Palästinenser in besetzten Gebieten gewaltsam umzusiedeln; solche Aktionen sind Kriegsverbrechen“. Riyad Mansour, Sondergesandter Palästinas bei den Vereinten Nationen spricht sogar von „Ethnischer Säuberung“. So direkt wollten europäische Staaten Israel nicht angreifen Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien betonen aber in einer gemeinsamen Erklärung zu den Vorfällen, dass die Häuser sich auf Grund befanden, der nach den Osloer Friedensverträgen unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde stand, der Abriss von Gebäuden in besetzten Gebieten gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt, und dass der Abriss einen gefährlichen Präzedenzfall darstellt, der die Zweistaatenlösung unmittelbar gefährdet. Anders sehen israelische und US-amerikanische Reaktionen aus. Der Friedensgesandte der Vereinigten Staaten Jason Greenblatt sagte, dass die Palästinenser wenig damit erreichen, ihre „ermüdende Rhetorik“ zu wiederholen und sich ständig auf Völkerrecht oder UN-Sicherheitsratsresolutionen zu beziehen. Israels UN-Botschafter Danny Danon sagte: „Wir glauben an Recht und Ordnung. Wenn du ein Haus ohne Erlaubnis baust, wird dein Haus nicht stehen bleiben“ – angesichts der völkerrechtlich illegalen israelischen Siedlungspolitik in palästinensischen Gebieten erscheint diese Äußerung mehr als zynisch. 12) Amnesty International: Israel continues Policy os systemic forced Displacement with Wave of Home Demolitions in Sur Baher; Artikel vom 22.07.2019 13) Spiegel Online: Deutschland kritisiert Zerstörung palästinensischer Häuser; Artikel vom 23.07.2019 14) AlJazeera: Israel’s Home Demolitions a „War Crime“: Palestinian Envoy; Artikel vom 23.07.2019

Viele Palästinenser im Westjordanland und Ostjerusalem haben Vertreibung schon erlebt. Zeitgleich ist sie eine immerwährende Bedrohung. Dabei hat sie, insbesondere für die verwundbarsten Mitglieder der Gesellschaft wie etwa Kinder, traumatische und langanhaltende Konsequenzen. Laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten hat Israel in den vergangenen 10 Jahren mehr als 1.100 Bauten im besetzten Ostjerusalem zerstört und dabei mehr als 2.000 Menschen vertrieben. Allein dieses Jahr wurden schon 126 Bauten abgerissen. Dabei wurden 203 Menschen heimatlos und die Leben von 1.036 Menschen direkt beeinflusst. Der Friedensplan von Oslo, der ein Meilenstein im Nahost-Konflikt war und die Autonomie Palästinas im Gegenzug zu der Anerkennung des Existenzrechts Israels vertraglich absichern sollte, scheint gescheitert zu sein. 15) United Nations: UN Officials call on Israeli Authorities to halt Plans for Demolitions in Sur Bahir; Artikel vom 17.07.2019 16) Amnesty International: Israel continues Policy os systemic forced Displacement with Wave of Home Demolitions in Sur Baher; Artikel vom 22.07.2019 17) ARD: Palästinenser verlieren ihr Zuhause; Artikel vom 23.07.2019 18) AlJazeera: Wadi Hummus: Another Israeli Celebration of Ethnic Cleansing; Artikel vom 23.07.2019

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 0 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Cuichi / earthlink

Servus, ich bin der Cuichi! Merkt euch meinen Namen, den werdet ihr noch öfter hören! Wenn ich 2037 nicht Bundespräsident werde, mache ich meine eigene Farm auf und bau ein bisschen Obst an. Bleibt fresh Leute und lasst ein Like da!

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?