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Pulverfass Naher Osten: Wie Saudi-Arabien und die VAE Katar ins Visier nehmen

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Im Rahmen des Katar-Boykotts wurden Qatar Airways die Überflugrechte über saudischem und emiratischem Territorium entzogen Im Rahmen des Katar-Boykotts wurden Qatar Airways die Überflugrechte über saudischem und emiratischem Territorium entzogen |  Bild: © Ignacio Ferre Pérrez [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Im Rahmen des Katar-Boykotts wurden Qatar Airways die Überflugrechte über saudischem und emiratischem Territorium entzogen | Bild: © Ignacio Ferre Pérrez [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Pulverfass Naher Osten: Wie Saudi-Arabien und die VAE Katar ins Visier nehmen

Ab Dezember 2010 fegte der sogenannte „Arabische Frühling“ durch viele islamische Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens. Während in vielen Ländern mitunter alte Herrschaftsstrukturen ins Wanken gerieten und in Libyen, Ägypten und Tunesien sogar die Staatsoberhäupter gestürzt wurden, schien am Status quo in den Golfmonarchien kein Rütteln möglich. So versiegten die Wellen der „Arabellion“ vor den Toren der Herrscherhäuser in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Katar – auch wenn in den Palästen und Prunkbauten der Saudis und Emiratis durchaus die Angst vor einer Machtabgabe umging. In Doha dagegen blickte man relativ gelassen auf die Proteste in den Nachbarländern, sah man sich doch aufgrund der kleinen Bevölkerungszahl und einer infolge dessen nicht vorhandenen organisierten Opposition sowie aufgrund der Tatsache, dass man hinsichtlich des Pro-Kopf-Einkommens als reichstes Land der Welt gilt, fest im Sattel sitzen. Einige Jahre später wurden in den drei Wüstenländern drei neue starke Männer aus der alten Oligarchie an die Hebel der Macht gespült. 2013 trat in Katar der heute 39-jährige Tamim Al Thani das Erbe seines Vaters an, 2014 kam in den VAE Mohammed bin Zayed (58), kurz MBZ, an die Macht, und ein Jahr darauf übernahm in Saudi-Arabien ein gewisser Mohammed bin Salman (33), kurz MBS, das Steuerrad des „Staatsschiffs“. MBS, seinerseits Kronprinz von Saudi-Arabien, gilt als Liebhaber von (Egoshooter-) Computerspielen und zettelte den blutigen Jemenkrieg an, der bereits über 10.000 Menschen das Leben kostete. Der Kronprinz von Abu Dhabi, MBZ, hat die britische Militärakademie Sandhurst durchlaufen und regiert die VAE mit eiserner Hand. Alle zwei Jahre organisiert er die mittlerweile größte Rüstungsmesse der Welt. Vom „neuen Sparta des Nahen Ostens“ (vgl. Bertrand Besancenot, ehemaliger französischer Botschafter in Katar und Saudi-Arabien) ist bereits die Rede, verfügen die VAE doch über den höchsten Militarisierungsgrad pro Kopf weltweit. (Zum Vergleich: In den Emiraten kommt ein Kampfpanzer auf 2100 Menschen, in Frankreich steht ein Kampfpanzer 250.000 Einwohnern gegenüber.) Beide Herrscher sind miteinander verbündet – MBZ gilt sogar als väterlicher Mentor von MBS. Beide haben sich Katar als Erzfeind auserkoren: Emir Al Thani wird vorgeworfen dem Iran zu nahe zu stehen und terroristische Gruppierungen zu unterstützen. Al Thani wiederum gilt als sportbegeistert und konkurrenzorientiert. „Unser Wirtschaftsmodell beruht auf Sport und Kultur. Diese Grundpfeiler sind unerlässlich für die Gesundheit eines Landes“, lässt der Emir verlauten und beschreibt damit die Strategie, den Sport als Werbemittel für sein Land zu (be)nutzen. Der Fußballclub Paris Saint-Germain (PSG) und die WM 2022 lassen grüßen. Einigen Sportfans dürfte der Sender „BeIN Sports“ ein Begriff sein, der die fünf europäischen Topligen unter Vertrag hat und seinen Sitz in Doha hat. Bezeichnenderweise gibt es auch einen Sender namens „BeOutQ“ – ein Wortspiel, das man etwa mit „Katar ist draussen“ übersetzen könnte. Dieser raubkopiert von BeIN Sports und überträgt die Spiele leicht zeitverzögert in Saudi-Arabien. Eine Schadensersatzforderung von einer Milliarde Euro steht im Raum. Schon anhand dieser kleinen Beispiele lässt sich erkennen, dass in den Golfmonarchien eine „Politik des gegenseitigen Übertrumpfens“ herrscht. „Welches Emirat investiert am meisten in Museen oder in Kultur?“ – so drückt es die Historikerin Caroline Piquet von der Universität Sorbonne aus. „Die Emirate wetteifern, wer die größten Anstrengungen zu Modernisierungen unternimmt.“ 1) ARTE (Youtube-Kanal): Der neue Golfkrieg; Beitrag vom 28.6.2019

Katars pragmatische Außenpolitik verärgert Saudi-Arabien und die VAE

Mohammed bin Salman, kurz MBZ

Mohammed bin Salman, kurz MBS © World Tourism Organization [CC BY-NC-ND 2.0] – Flickr

Tatsächlich gibt es schon seit den 1970er Jahren Spannungen zwischen den beiden Parteien. Während damals Grenzstreitigkeiten im Vordergrund standen, ist es heute die Ausrichtung der katarischen Außenpolitik. Doch was genau stört die Saudis und Emiratis an dem Vorgehen der Kataris? Insbesondere seit Beginn des „Arabischen Frühlings“ setzte man in Doha auf andere Allianzen und Akteure in der Region als in Riad und in Abu Dhabi. Dabei spielte und spielt die Unterstützung des politischen Islams in Form der aufstrebenden Muslimbruderschaft und ihr nahestehender Gruppierungen eine zentrale Rolle; als Sprachrohr dieser Bewegung kann der katarische Sender Al Jazeera gesehen werden, welcher der meistgesehene Fernsehsender in der Arabischen Welt ist. Weil die Muslimbrüder das monarchische Prinzip in Frage stellen und Konkurrenten der in Saudi-Arabien vorherrschenden Wahhabiten sind, sehen die saudischen und emiratischen Herrscherhäuser in ihnen eine Bedrohung ihrer Herrschaft. Dementsprechend betrachtet man das Militär als Grundpfeiler für den Status quo. Aus demselben Grund hatte man übrigens auch den Militärputsch des ehemaligen Generals al-Sisi gegen den Muslimbruder Mohammed Mursi in Ägypten finanziell unterstützt. Darüber hinaus pflegt Katar ein pragmatischeres Verhältnis zum Iran, dem großen Gegenspieler der Saudis um den Hegemonialanspruch in Nahost, als den Saudis lieb ist. Hintergrund dessen ist, dass Katar und Saudi-Arabien gemeinsam das größte Erdgasfeld der Welt, das sich im Persischen Golf befindet, ausbeuten. Nach Russland und dem Iran ist Katar damit der drittgrößte Erdgasproduzent der Welt. Klar, dass man im Rahmen dessen auf gegenseitige Abstimmung angewiesen ist und auch Geschäfte mit Schiiten macht. 2) Michael Lüders, Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visir nimmt; 2. Auflage; Erscheinungsjahr 2019 3) Hanns-Seidel-Stiftung: Die Katar-Krise und ihre Folgen; Artikel von 11/12 2017 4) SWP: Drei Szenarien zur Katar-Krise. Zwischen Regime-Change, Konfliktbeilegung und Kaltem Krieg am Golf; Artikel vom Juni 2017 5) NZZ: Islamisten, Salafisten, Jihadisten: Eine Begriffsklärung; Artikel vom 8.6.2018

Als am 24. Mai 2017 ein Artikel auf der katarischen Webseite QNA erschien, in dem al-Thani zitiert wird und er angeblich den Iran als eine „islamische Macht, die nicht ignoriert werden dürfe“ lobte und die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Hamas als „den legitimen Vertreter des palästinensischen Volks“ bezeichnete, war die Katar-Krise ausgelöst. Darauf dass es sich bei der Nachricht jedoch um „Fake News“ handelte, die infolge einer gehackten Seite der Nachrichtenagentur lanciert wurden, verwiesen die Behörden sogleich und in der Washington Post wurde berichtet, dass die Falschmeldung möglicherweise gezielt aus den VAE forciert wurde. Nichtsdestotrotz war das Ziel erreicht: Man hatte einen Vorwand, unter dem man am 5. Juni 2017 ein Embargo gegen Katar verhängte, an dem sich neben Saudi Arabien und den VAE auch Ägypten und Bahrein beteiligten. Die Folge waren der Abbruch der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Katar und die Schließung der einzigen Landgrenze zu Saudi-Arabien sowie des Luftraums über Saudi-Arabien und den VAE für katarische Flugzeuge. 6) ARTE (Youtube-Kanal): Der neue Golfkrieg; Beitrag vom 28.6.2019 7) Michael Lüders, Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visir nimmt; 2. Auflage; Erscheinungsjahr 2019 8) Hanns-Seidel-Stiftung: Die Katar-Krise und ihre Folgen; Artikel von 11/12 2017

Die Krise heizt die Rüstungsspirale an

Emir Al Thani trifft die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini: Kann sich die EU als Vermittler in der Krise positionieren?

Emir Al Thani trifft die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini: Kann sich die EU als Vermittler in der Krise positionieren? © European External Action Service [CC BY-NC 2.0] – Flickr

Als Schlüsselfigur in der komplexen Gemengelage gilt US-Präsident Donald Trump. Hierbei sei erwähnt, dass es langjährige Geschäftsbeziehungen zwischen Trump und dem pro-saudischen Lager gibt. So hat der US-Präsident ein Golf-Resort in den Emiraten und viele Mitglieder seines Wahlkampfteams haben Geschäftsanteile in den VAE. Man ist eng vernetzt mit MBZ und der Einfluss der Saudis und Emiratis in Washington ist groß. Als Bindeglied zwischen den USA und Saudi-Arabien fungiert Trumps mächtiger Schwiegersohn Jared Kushner, der Sonderberater des Präsidenten und Nahostbeauftragte der Regierung. Der Kurs scheint vorgegeben: ein hartes Vorgehen gegen den Iran und die Stärkung des alten Bündnisses mit Saudi-Arabien und den VAE. Trump selbst bezeichnet sich ja als „Dealmaker“ und tatsächlich führte ihn seine erste Auslandsreise als Präsident nach Saudi-Arabien! Dort inszenierte man einen pompösen Staatsbesuch, den man sich 68 Millionen Dollar kosten ließ. Selbstredend wurde als Krönung der ganzen Veranstaltung auch gleich ein Rüstungsdeal über eine Milliarde Dollar abgeschlossen. Der Tenor der Gespräche war: Katar ist ein Problem. Katars „Joker“ in diesem Zusammenhang ist, dass es die größte US-Militärbasis in der Region, Al-Udeid, beherbergt. Da es inzwischen auch erfolgreich Lobbyarbeit in Washington betrieben hat, ist der anfänglich verhärtete Unterstützungskurs hinsichtlich der saudischen Blockadepolitik nunmehr moderater. 9) ARTE (Youtube-Kanal): Der neue Golfkrieg; Beitrag vom 28.6.2019 10) Deutsche Welle: Golfstaaten. Katar trotzt Krise und Blockade; Artikel vom 7.1.2019  11) Deutsche Welle: Golfstaaten. Katar trotzt Krise und Blockade; Artikel vom 7.1.2019

Die Krise fungiert als Katalysator für Rüstungsdeals. So hat Katar seine Verteidigungsfähigkeit gestärkt: Es entschied, Dutzende Milliarden von US-Dollars für fortschrittliche Waffensysteme auszugeben. Zusätzlich kündigte es den Kauf von 36 amerikanischen F-15 Jagdflugzeugen, zwölf französischen Rafale-Kampfjets und 24 Eurofighter-Taifun-Jets an. In Frankreich gönnt man sich Geschäfte mit beiden Seiten. So schloss Macron vor zwei Jahren einen Waffendeal mit Doha im Wert „von etwa 12 Milliarden Euro“ ab, wie er auf einer Pressekonferenz bekannt gab. Man wolle zeigen, dass man „nicht ein Lager gegen ein anderes wählt“. Dann darf man ja vermutlich beruhigt sein. Auch in Deutschland will sich die Rüstungsindustrie im Kampf um die Futtertröge in Position bringen. Dass in dieser Branche nicht selten zu unlauteren Mitteln gegriffen wird, ist kein Geheimnis. Unlängst berichtete das Handelsblatt, dass bei einem der größten deutschen Rüstungsdeals im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro, im Rahmen dessen der Münchener Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) 62 Kampfpanzer des Typs Leopard 2A7+, 24 Panzerhaubitzen PzH2000 und zahlreiche andere Rüstungsgüter nach Katar lieferte, eine „Erfolgsprovision“ von mindestens 28 Millionen Euro an eine katarische Briefkastenfirma geflossen sei. Auch wenn nun Klage gegen den Konzern erhoben wurde, weist KMW den Vorwurf der Korruption und der Bestechung von Entscheidungsträgern vehement zurück. Darauf, dass Bestechungsgelder bei großen Rüstungsdeals gang und gäbe seien – und das mitunter nicht einmal illegalerweise – verweist Brancheninsider Eginhard Vietz: „Das läuft in der Regel ganz ordentlich. Da kommt dann eine Rechnung, auf der steht: Vermittlungsprovision. Und dann ist ein Konto in der Schweiz angegeben, und dahin wird das Geld überwiesen.“ Das ist Big Business. 12) Deutsche Welle: Golfstaaten. Katar trotzt Krise und Blockade; Artikel vom 7.1.2019 13) Telepolis: Katar-Krise? Macron verkauft Kriegsgerät in Doha; Artikel vom 8.12.2017 14) Handelsblatt: Dubiose Zahlungen überschatten einen der größten deutschen Rüstungsdeals; Artikel vom 19.6.2019

Mittlerweile haben sich die Kataris von dem Embargo erholt

Katar ist Gastgeber der WM 2022

Katar ist Gastgeber der WM 2022 © Nazionale Calcio [CC BY 2.0] – Flickr

Wie hat Katar den seit Mitte 2017 andauernden Boykott seiner arabischen Nachbarn verkraftet? Auf der kleinen Halbinsel am Persischen Golf, die 2,7 Millionen Einwohner umfasst, darunter 350.000 Kataris – der Rest sind Gastarbeiter –, wurde der neue Hafen Hamad für 7 Milliarden Dollar gebaut, über den nun Lebensmittelimporte aus aller Welt kommen. Saudische Produkte wurden komplett aus den Supermarktregalen verbannt, dafür haben sich die iranischen Lieferungen vervielfacht. Aus der Türkei kommen Milchprodukte, aus Deutschland wurden sogar 4.000 Kühe eingeflogen. Zwar gibt es Verluste bei den Immobilienpreisen sowie bei der staatlichen Fluglinie Qatar Airways und auch Touristen aus den arabischen Nachbarländern lassen auf sich warten, dennoch scheint sich der Wüstenstaat zwei Jahre nach dem Embargo erholt zu haben. Tatsächlich war es von Beginn an ein wahnwitziges Unterfangen, den reichsten Staat der Welt wirtschaftlich in die Knie zwingen zu wollen. Im Vergleich mit Saudi-Arabien bzw. dem Iran ist Katar flächenmäßig 200 mal bzw. 150 mal kleiner. Mit 12.000 Soldaten verfügt es über die zweitkleinste Armee im Mittleren Osten, während Saudi-Arabien und der Iran jeweils über mehr als 500.000 Streitkräfte zur Verfügung haben. Dementsprechend setzen die finanzstarken Kataris auf „Soft Power“, um sich vor einem Überfall von seinen Widersachern zu schützen. Qua WM 2022, dem Kauf von PSG und dem Sponsoreneinstieg beim FC Barcelona und dem FC Bayern München versucht man einen weltweiten Kulturaustausch voranzubringen und somit die mediale Aufmerksamkeit und das öffentliche Interesse an dem kleinen Land voranzubringen. Durch weltweite Investitionen mittels des katarischen Staatsfonds „Qatar Investment Authority“ (QIA) hat das Emirat vielfältige wirtschaftliche Beziehungen in den Westen geknüpft: In Großbritannien hat man 40-45 Milliarden Dollar investiert, in Deutschland 30-35 Milliarden und in Frankreich 20-25 Milliarden. Weitere 35 Milliarden Dollar will man in den USA anlegen. In Deutschland hält Katar unter anderem Anteile an Hapag-Lloyd, Volkswagen, der Deutschen Bank und Siemens. Schätzungen gehen davon aus, dass die Kataris weltweit für 300 Milliarden Dollar unter anderem in Firmen und Immobilien investiert haben. Alles in allem hat das Embargo letztlich dazu geführt, dass Katar seine Beziehungen zum Iran und der Türkei intensiviert hat und al-Thani zu einem Staatshelden wurde. Man spricht deshalb zu Recht von einer krachenden Niederlage für MBS und MBZ. 15) ARTE (Youtube-Kanal): Der neue Golfkrieg; Beitrag vom 28.6.2019 16) Deutsche Welle: Golfstaaten. Katar trotzt Krise und Blockade; Artikel vom 7.1.2019  17) Hanns-Seidel-Stiftung: Die Katar-Krise und ihre Folgen; Artikel von 11/12 2017  18) SWP: Drei Szenarien zur Katar-Krise. Zwischen Regime-Change, Konfliktbeilegung und Kaltem Krieg am Golf; Artikel vom Juni 2017 19) Deutschlandfunk: WM als Lebensversicherung. Katar nutzt Fußball für Sicherheitspolitik; Artikel vom 6.1.2019 20) Handelsblatt: Ein Jahr Katar-Blockade. Der brutale Machtkampf am Golf geht weiter – doch Katars Widerstand ist kostspielig; Artikel vom 5.6.2018

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass durch die Katar-Krise eifrig am „Pulverfass Naher“ Osten gezündelt wird. Die Rüstungsspirale geht nach oben, neue Allianzen formen sich innerhalb des fragilen Gebildes „Nahost“ und ein ständiges Damoklesschwert der Kriegsgefahr schwebt über der gesamten Region. Die Angst vor einem Flächenbrand, der sich auf die gesamte Region auswirkt, ist allgegenwärtig und somit steigt auch das Potential an Fluchtgründen immer weiter an.

Wie könnten künftig Lösungen für die Krise aussehen? Eine Vermittlung durch die EU oder einzelne Mitgliedsstaaten, am besten im Verbund mit den bislang neutralen Golfstaaten Kuwait und Oman, könnte dabei helfen, die Krise zumindest zu entspannen. Für die Rolle des Vermittlers wäre gerade Deutschland, aber auch Frankreich, prädestiniert, weil beide über gute Beziehungen sowohl nach Doha als auch nach Riad verfügen. Es ist unser Wunsch, dass Deutschland seiner Verantwortung gerecht wird, und seinen Teil zu einem friedlicheren Nahen Osten beiträgt. 21) SWP: Drei Szenarien zur Katar-Krise. Zwischen Regime-Change, Konfliktbeilegung und Kaltem Krieg am Golf; Artikel vom Juni 2017

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Projektmitarbeiter, Sozialwissenschaftler und Friedens- und Konfliktforscher; Interessensschwerpunkte: Geostrategie, Internationale Beziehungen, Wirtschafts- und Finanzsystem; Aktuelle Projekte: Radiosendung in Kooperation mit unserem Partner Radio LORA; Kampagnen: Fluchtgrund, Drogen Macht Welt Schmerz, Aktiv gegen Kinderarbeit

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