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Too Big To Jail – Wie die HSBC in Drogenkriege und internationalen Terrorismus verwickelt ist

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Die britische Bank HSBC ist zum wiederholten Male in Geldwäscheskandale verwickelt. Die Profiteure: Drogenbosse und Terrororganisationen weltweit Die britische Bank HSBC ist zum wiederholten Male in Geldwäscheskandale verwickelt. Die Profiteure: Drogenbosse und Terrororganisationen weltweit |  Bild: © Michael Fleshman [CC BY-SA 2.0]  - Flickr

Die britische Bank HSBC ist zum wiederholten Male in Geldwäscheskandale verwickelt. Die Profiteure: Drogenbosse und Terrororganisationen weltweit | Bild: © Michael Fleshman [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Too Big To Jail – Wie die HSBC in Drogenkriege und internationalen Terrorismus verwickelt ist

Bertolt Brecht fragte einst in seiner Dreigroschenoper: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Und die Frage scheint durchaus berechtigt, wenn man sich die kriminellen Handlungen diverser Kreditinstitute anschaut. Für besonders viele Negativschlagzeilen sorgte in den letzten Jahren die britische HSBC, die größte Bank Europas und eine der größten weltweit.

Die HSBC, die Hongkong & Shanghai Banking Corporation, wurde 1865 gegründet. Vorangegangen waren zwei Kriege der Briten gegen China, infolgedessen China gezwungen wurde seinen Markt zu öffnen und die Droge Opium aus der britischen Kolonie Indien zu importieren. Die HSBC machte ihre ersten Gewinne mit dem Export von Drogen in das Kaiserreich China. Auf diese Wurzeln schien man sich zurückzubesinnen, als man knapp 150 Jahre nach der Gründung wieder Drogenkartelle unterstützte. Aber nicht nur das – auch Terrororganisationen, Waffenhändler und Diktatoren gehören zu den besten Kunden der Bank. 1) Tax Justice Network: HSBC and the World’s oldest Drug Cartel; Artikel vom 27.02.2015

Europas größte Bank hat jahrelang ihren Kunden geholfen Geld zu waschen. Über ihr weltweites Netz an Tochterfirmen hat sie ihnen Zugang zum US-Finanzsystem und damit zum US-Dollar verschafft. Die fragwürdigen Gelder kamen hierbei aus Ländern wie etwa Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien, oder auch Syrien. Allein aus Mexiko kamen hierbei 2007 und 2008 sieben Milliarden Dollar in bar, per Lastwagen oder Flugzeug, ungeprüft in die USA, um das Geld, das in den Drogenkriegen verdient und für die Drogenkriege benötigt wird, zu waschen. Zusätzliche 2,1 Milliarden Drogen-Dollar wurden auf den Cayman Islands deponiert. Warnungen, dass dieses Geld nur aus dem Drogenhandel stammen könne, ignorierte die HSBC und fuhr mit den Geschäften mit Drogenbaronen fort. Auch hat die Bank zwischen 2001 und 2007 verdeckt 19,7 Milliarden Dollar aus dem Nahen Osten in die USA transferiert. Das Geld stammt unter anderem von Unternehmen oder Banken, die enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida unterhalten und dieses auch finanziell unterstützen. Auch diese Verbindungen wurden einfach ignoriert. 2) Spiegel Online: Größte Bank Europas soll Geldwäsche ermöglicht haben; Artikel vom 17.07.2012 3) Spiegel Online: Das Sündenregister der Musterschüler; Artikel vom 18.07.2012 4) Zeit Online: Profite standen über dem Gesetz; Artikel vom 18.07.2012

Zwei Jahre nachdem der ehemalige Verwaltungschef der Bank ein Buch mit dem Titel: „Wahre Werte. Über Moral, Geld und die Zukunft“ herausgebracht hat, wurde aufgedeckt, wie massiv die HSBC in die Geldwäsche von Drogenkartellen involviert war. Zu diesem Zeitpunkt flohen gerade 230.000 Mexikaner vor der Gewalt aus ihrer Heimat. Im Kampf um die besten Schmuggelrouten und die Vorherrschaft in den wichtigsten Regionen wird geraubt, vergewaltigt und gemordet. Etwa die Hälfte der Bevölkerung in der Grenzregion zu den USA hat ihr Zuhause verlassen um in der Ferne Schutz und Zuflucht zu suchen. 2007 und 2008 starben 7.400 Menschen in dem Drogenkrieg, nur zwei Jahre später waren es bereits doppelt so viele. Seit 2006 sind etwa 150.000 Menschen in diesem Krieg ums Leben gekommen, weitere 37.000 Menschen sind verschwunden. Die Profiteure dieser Gewalt, eine Reihe skrupelloser Drogenbosse, können diesen Krieg nur durch die Hilfe der HSBC weiter bezahlen. Zusätzlich ermöglicht die Finanzierung des Terrorismus weltweit grausame Anschläge, denen fast ausschließlich Zivilisten zum Opfer fallen. Der von George W. Bush ausgerufene „War on Terror“ bringt zudem offene Kriege in viele vermeintliche Unterstützerstaaten von Terrorgruppen wie etwa dem Irak, Afghanistan oder Pakistan. Wie viele Menschen in Folge von Terrorismus und dem „Krieg gegen den Terror“ auf der Flucht sind lässt sich nicht sagen, doch die Zahlen werden in die Millionen gehen. 5) Welt: Geldwäsche kostet HSBC Milliarden-Strafe; Artikel vom 11.12.2012 6) Frankfurter Rundschau: Hunderttausende fliehen vor Mafia-Gewalt; Artikel vom 31.03.2011 7) Spiegel Online: Fakten zum globalen Drogenkrieg; Artikel vom 30.07.2010 8) TAZ: 150.000 Opfer und ein „weiter so“; Artikel vom 14.11.2018

Nachdem die Geldwäsche ans Licht kam, entschuldigte sich das Kreditinstitut. Es erklärte, dass dem Fehlverhalten die lose Organisationsstruktur der Bank zu Grunde liege und es schwer sei, die vielen Tochterfilialen unter Kontrolle zu halten. HSBC beteuerte, dass solche Praktiken nie wieder vorkommen würden. Und so einigte man sich 2012 mit den USA auf eine Rekordstrafzahlung von 1,9 Milliarden US-Dollar. Doch was hat es mit dieser „Rekordstrafe“ auf sich? Der Anwalt und ehemalige Ermittler des US-Senat Jack Blum sagte über die HSBC: „Sie haben jede gottverdammte Regel gebrochen. Sie nahmen jede nur denkbare Form von illegalen und unlauteren Geschäften an“. Und dennoch „einigt“ man sich in einem Vergleich mit der Bank auf eine Strafzahlung von 1,9 Milliarden US-Dollar, einem Geldbetrag der auf den ersten Blick hoch erscheint, tatsächlich ist dieser Betrag aber lediglich der Profit der Bank innerhalb von 5 Wochen. Nach der Ankündigung dieser Strafe stieg die HSBC-Aktie sogar so stark, dass die Verluste der Strafzahlung wieder ausgeglichen wurden. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung einzelner Personen des Kreditinstituts kam es nicht. Die Bank ist anscheinend „Too big to jail“. Der ehemalige US-Justizminister sagte selber in seiner Anhörung, dass eine Strafverfolgung eine Finanzkrise auslösen könnte. Das Vertrauen in das bestehende System würde zu stark gestört werden. Kann man sich also einfach von Schuld freikaufen, sogar wenn man für hunderttausende Tote und Millionen Flüchtige mitverantwortlich ist? 9) Spiegel Online: Großbank HSBC zahlt angeblich Rekordstrafe; Artikel vom 10.12.2012 10) Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Whistle-Blower: HSBC wäscht Geld für Drogen-Kartelle; Artikel vom 13.02.2014

Aber diese Frage gehört ja der Vergangenheit an, hat doch die Bank 2012 hoch und heilig versprochen sich zu ändern. Oder doch nicht? Bereits zwei Jahre später behauptete der Ex-Mitarbeiter Everett Stern, dass die Bank immer noch Milliardenbeträge für Drogenkartelle und Terrororganisationen verschob. 2015 kam dann infolge der Swiss-Leaks Affäre heraus, dass die HSBC 180 Milliarden Euro für dubiose Kunden in der Schweiz versteckt. Zu diesen Kunden gehören unter anderem Händler von Waffen und Blutdiamanten. Mit letzteren wurden schreckliche Kriege etwa in Sierra Leone oder Angola mit hunderttausenden von Flüchtlingen und Kindersoldaten an vorderster Front finanziert. Auch finden sich wieder Drogendealer und Unterstützer von Terrororganisationen unter den Kontoinhabern. Geld wurde also erneut für global agierende Kriminelle gewaschen, Kriminelle, die für eine Vielzahl grausamster Verbrechen an der Zivilbevölkerung in ihren Heimatregionen verantwortlich sind. Und wieder beteuerte die Bank, dass diese Geschäftspraktiken nun der Vergangenheit angehören und das Unternehmen seine Strategie neu ausrichtet. Als Strafe wurde sich auf 38 Millionen Euro geeinigt, die Ermittlungen auf Verdacht der Geldwäsche daraufhin eingestellt – der Whistleblower Hervé Falciani jedoch, durch den die erneute Beteiligung der HSBC an unlauteren Geschäften bekannt wurde, wurde in der Schweiz wegen Geheimnisverrats zu 5 Jahren Haft verurteilt. 11) Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Whistle-Blower: HSBC wäscht Geld für Drogen-Kartelle; Artikel vom 13.02.2014 12) Zeit Online: HSBC beendet Ermittlungen durch Millionenzahlung; Artikel vom 04.06.2015 13) Frankfurter Rundschau: HSBC: Profit dank Krieg und Terror; Artikel vom 09.02.2015 14) Deutsche Welle: Kriminelle Geschäfte: Die dunkle Seite der HSBC; Artikel vom 09.02.2015 15) Handelsblatt: Wegen Kundendaten-Diebstahl verurteilter Whistleblower wird nicht an die Schweiz ausgeliefert; Artikel vom 18.09.2018

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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