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Wasserknappheit in Afrika: Ägypten und Äthiopien streiten sich über Zugang zu Nilwasser

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 Der Blaue Nil ist einer der Hauptstränge des Nils und für die Hauptwasserzufuhr in Äthiopien zuständig |  Bild: © Will De Freitas [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Der Blaue Nil ist einer der Hauptstränge des Nils und für die Hauptwasserzufuhr in Äthiopien zuständig | Bild: © Will De Freitas [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Wasserknappheit in Afrika: Ägypten und Äthiopien streiten sich über Zugang zu Nilwasser

Vor kurzem hat Äthiopien eine Frau als Präsidentin gewählt. Die neue Wende im afrikanischen Land, viele Frauen assoziieren damit eine Besserung ihrer jetzigen Verhältnisse. Obwohl Sahle-Work Zewde überwiegend nur eine symbolische Bedeutung darstellt, reicht es aus, Äthiopiens Frauen Mut zu geben. 1)Frankfurter Rundschau: Die Hoffnung äthiopischer Frauen; 29.10.2018

Äthiopien gehört zu den Ländern Afrikas, die sich im östlichen Teil des Kontinents befinden. Es hat Grenzen zu Djibouti, Kenia, Somalia, Eritrea, Sudan und Südsudan. 80 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land. Über den neuen Machtwechsel in der Regierung sind sehr viele Menschen erstaunt. Was jedoch ebenfalls immer mehr im Mittelpunkt steht, sind die ansteigenden Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten. 2)The World Factbook: Ethiopia; Stand 30.10.2018

2011 kündigte Äthiopien bereits an, dass The Grand Ethiopian Renaissance Dam ein feststehendes Projekt ist, das dieses Jahr (2018) fertig werden soll. Der Damm befindet sich auf dem Blauen Nil und stellt das größte Wasserkraftwerk in Afrika dar. Der Blaue Nil ist einer der Hauptstränge des Nil und für die Wasserzufuhr in Äthiopien zuständig. Das Kraftwerk kann bis zu 74 Milliarden Kubikmeter Wasser halten. Damit möchte das Land viel mehr Strom produzieren, der an umliegende Nachbarn weitergeleitet werden kann. Zudem wird künftig auch mehr Wasser im Damm gespeichert werden. 3)iha: Ethiopia – Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD); Stand 06.11.2018 4)Foreign Affairs: Water Wars on the Nile; 09.08.2018 5)Citizen Truth: Battle For the Nile River: Egypt and Ethiopia in Row Over New Dam; 25.10.2018

Der Disput zwischen Ägypten und Äthiopien besteht darin, dass Kairo zum Großteil vom Wasser aus dem Nil abhängig ist. Die Wasserversorgung aus dem Nil ist für Ägypten lebensnotwendig. Dabei beruft sich Kairo auf die sogenannten Nil Verträge, die ihnen die Souveränität über den Fluss zusprichen. Äthiopien wiederum erklärt diese als nichtig, da ohne sie entschieden wurde, es aber 70-80 Prozent seiner Wasserversorgung über den Nil abdeckt. Wenn das Wasser in Ägypten ausbleibt, fehlen dem Boden die Nährstoffe, dadurch werden einheimische Völker wie die Nubianer betroffen, die gezwungen werden weiterzuziehen. Im Gegenzug herrschen in Äthiopien Umstände wie in der Hauptstadt Addis Abeba, wo man fünf Tage ohne Wasser auskommen muss. Dabei sind nicht nur Unternehmen betroffen, aber auch Krankenhäuser und der normale Bürger. Eine Augenzeugin berichtete davon, dass sie extra drei Kilometer auf sich genommen hat, um Wasser von ihren Eltern zu bekommen. 6)The Star: Agreements that favour Egypt’s rights to Nile waters are outdated; 04.11.2018 7)The Wire: For the Survival of the Nile and its People; 21.10.2018 8)allAfrica: Ethiopia: Water Shortage Hits Capital Again; 18.08.2018

Experten zufolge wird der Kampf des 21. Jahrhunderts ums Wasser gehen. 2050 schätzt man 9.7 Milliarden Menschen auf der Erde. 40 Prozent von ihnen werden mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Neben den internationalen Problemen, besteht die Gefahr, dass der Nil immer mehr schrumpft, auch wegen dem fehlenden Niederschlag in Äthiopien. Der Fluss ist eine lebenswichtige Grundlage für fast eine halbe Milliarde Menschen, die entlang des Flusses leben. Desweiteren dient der Viktoriasee zu 20-30 Prozent als Quelle für den Nil. Dieser trocknet allmählich aus. Der Grund dafür liegt hauptsächlich an dem von der Industriestaaten verursachten Klimawandel. Die Austrocknung des Haramayasees in Äthiopien kann direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Die erhöhte Verdunstung ist eine Folge der steigenden Temperaturen. 9)The Star: Agreements that favour Egypt’s rights to Nile waters are outdated; 04.11.2018 10)The Mainichi: Water conflicts worldwide threaten peace amid efforts to preserve resources; 14.10.2018 11)Addis Standard: Analysis: Climate Change, excessive water extraction behind vanishing Ethiopian Lakes; 29.05.2018

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Maria / earthlink

Hallo ich bin die Maria. Ich studiere Politikwissenschaft, Amerikanistik und Geschichte. Die Internationale Politik ist für mich interessant, deswegen mache ich bei Earthlink mein Praktikum.

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