Seiten
Kategorien

China beschränkt Import von Plastikmüll – Entwicklungsländer rücken in den Fokus

-

 Die Menschheit hat laut Schätzungen bisher mehr als acht Millionen Tonnen Plastik produziert |  Bild: © Paolo Margari [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Die Menschheit hat laut Schätzungen bisher mehr als acht Millionen Tonnen Plastik produziert | Bild: © Paolo Margari [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

China beschränkt Import von Plastikmüll – Entwicklungsländer rücken in den Fokus

Jahrzehntelang haben Industrieländer ihren Kunststoffmüll nach China exportiert. Doch seit dem 1. Januar 2018 hat die chinesische Regierung den Import von Plastikmüll stark eingeschränkt. Die strikten Importbeschränkungen beeinträchtigen vor allem den globalen Norden. Im vergangenen Jahr wurden knapp 56 Prozent aller Plastikabfälle weltweit nach China verfrachtet. Hauptexporteur ist die EU. Ihre Mitgliedsstaaten exportieren 87 Prozent aller Plastikabfälle in die Volksrepublik. 1) Zeit Online: Die Weltmüllkippe schließt; Artikel vom 06.01.18   2) Deutsch Wirtschaftsnachrichten: China will nicht länger Müll-Halde für Europa sein; Artikel vom 23.02.18 Das Land ist der weltgrößte Kunststoff-Hersteller sowie Importeur von Plastikabfall. Der Hintergrund der Obergrenze ist, dass die zunehmend wohlhabende chinesische Bevölkerung selbst immer mehr Müll produziert. Mit der Maßnahme reagiert die chinesische Regierung in Peking auf die ansteigende industrielle Umweltverschmutzung und die schlechte Luft in den chinesischen Metropolen. 3) Telepolis: China will den Import von Plastikmüll verbieten; Artikel vom 23.10.17

Die Entscheidung Pekings wird einschneidende Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie der Rest der Welt seine Plastikabfälle von nun an recycelt oder entsorgt. Europa und die USA besitzen kaum Möglichkeiten dafür, den anfallenden Plastikmüll im eigenen Land der Wiederverwertung zuzuführen. Das liegt daran, dass es bisher billiger war, den Industrieabfall zu exportieren. Der oft unsortierte Müll birgt giftige Bestandteile, die eine Belastung für die Umwelt sind. Längst haben die Menschen die Kontrolle über die globale Verbreitung des Plastiks verloren, das nicht nur in den Weltmeeren, sondern auch im Trinkwasser und in der Nahrung vorzufinden ist. Diese Plastik-Teilchen sind für das bloße menschliche Auge unsichtbar. 4) Telepolis: China: Zentraler Recyclinghof des Planeten ist geschlossen; 10.01.18 Somit birgt Plastikmüll eine der größten Bedrohungen für Mensch und Natur. Natürliche Stoffe können von Mikroorganismen zersetzt und umgewandelt werden. Plastik kann hingegen nicht abgebaut werden, sondern zerfällt in kleine Teile, in Mikroplastik.

Drei Viertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik. Der Müll bündelt sich aufgrund der Meeresströme von Norden und Süden in Äquatornähe, wo die meisten Entwicklungsländer liegen. Der Abfall wird durch die Strömungen an die Strände geschwemmt. Dabei stehen besonders die Nicht-Industriestaaten vor einer großen Herausforderung. Die Fischerei gehört zu den wichtigsten Lebensgrundlagen vieler Menschen in Entwicklungsregionen. Fischer werden durch das schwimmende Plastik bei ihrer Arbeit gehemmt. Sie fangen mehr Müll als Fische – eine negative Konsequenz für ihr Einkommen. Beeinflusst wird ihre Arbeit auch durch die schrumpfenden Fischbestände. Die Meeresbewohner halten Kunststoff und Mikroplastik für Nahrung und sterben daran. Die Nahrungsmittelknappheit und Arbeitslosigkeit sind Auslöser zur Flucht. Die fehlenden Einkommensmöglichkeiten zwingen Familien, in andere Regionen abzuwandern, um ihr Überleben zu sichern. 5) UNO-Flüchtlingshilfe: Lebensrettende Hilfe; nicht mehr verfügbar   6) WWF: Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll; aufgerufen am 14.03.18

Die Plastikmüllwelle wird zur Bedrohung der Menschheit und macht dem Klimawandel als Gefahr für das Leben auf der Erde ernsthaft Konkurrenz. Chinas Importbeschränkungen könnten die Konsequenz haben, dass die Industriestaaten auf „billige“ Dritte-Welt-Länder ausweichen. Doch im Gegensatz zu den Industriestaaten haben Entwicklungsregionen oft kein geregeltes und umweltschonendes Abfallentsorgungssystem. Ein geordnetes Recycling gibt es nicht. Die Situation verschlimmert sich, wenn die Industriestaaten nicht selbst Initiativen gegen ihren verschuldeten Plastikmüll ergreifen. Doch der Egoismus der Industriestaaten übertrifft die Gefahren für die Entwicklungsländer. Für sie gilt das Prinzip „Aus den Augen, aus dem Sinn“. 7) Entwicklungspolitik Online: Nestlé und Unilever an Spitze des Markenrankings großer Plastikverschmutzer; Artikel vom 22.09.17

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 0 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Über

Ich heiße Sonja, bin 21 Jahre und studiere im 5. Semester European Studies an der Universität Passau. Ich mache mein Praktikum bei earthlink um einen Einblick in die Arbeit und Projekte einer NGO zu bekommen.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Weitere interessante Infos:
 Der Fluss Shatt Al Arab ist durch Klimawandel und Verschmutzung bedroht | Bild (Ausschnitt): © David Stanley [CC BY 2.0] - flickr

Massive Verschmutzung in irakischer Stadt Basra macht Bewohner krank

Einst war die irakische Stadt Basra als "Venedig des Nahen Ostens" bekannt. Die Herrscher des osmanischen Reichs hatten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Kanäle in der Provinzhauptstadt errichtet. Basra mit seinen Wasserstraßen gehört zu ...
Junge in Mosambik nach dem Zyklon Idai am 14. März 2019 Junge in Mosambik nach dem Zyklon Idai am 14. März 2019 | Bild (Ausschnitt): © Climate Centre [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Mosambik leidet noch Monate nach Wirbelsturm: Wie der Klimawandel Naturkatastrophen und ihre Folgen verstärkt

Der Wirbelsturm "Idai" traf Mosambik bereits im März 2019, er kostete 1000 Menschen das Leben. Und obwohl seit dem Sturm ein halbes Jahr vergangen ist, ist die Bevölkerung vor Ort immer noch massiv auf Hilfsleistungen ...
U-Boot der Dolphin-Klasse der israelischen Marine im April 2010 U-Boot der Dolphin-Klasse der israelischen Marine im April 2010 | Bild (Ausschnitt): © shlomiliss [CC BY 3.0] - Wikimedia Commons

Israels Sicherheit als deutsche Staatsräson – darum ist die subventionierte Lieferung deutscher U-Boote nach Tel Aviv mit diesem Grundsatz unvereinbar

„Drakon“, „Tanin“ oder „Leviathan“ (zu deutsch: „Drache“, „Krokodil“ oder „Seeungeheuer“) – so nennt die israelische Marine ihre U-Boote der Dolphin-Klasse. Sie stellen mit das beste dar, was der Markt zu bieten hat: die neueste Version ...
 Glencore-Mine in der DR Kongo | Bild (Ausschnitt): © Dave Dyet [CC BY-NC 2.0] - flickr

DR Kongo – Wie ausländische Bergbauunternehmen das Land ausbeuten

Kobalt, ein weitgehend unscheinbares Metall, ist für rohstoffintensive Industriezweige wie zum Beispiel die Automobil- oder Elektronikbranche in Deutschland von großer Wichtigkeit. Die schweizerische Firma Glencore, die weltweit größte im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe, hat vor wenigen ...
Amazonas Abholzung Der Amazonas-Regenwald brennt aufgrund von Abholzung. Pirititi, Brasilien | Bild (Ausschnitt): © Karl-Ludwig Poggemann [ (CC BY 2.0) ] - flickr

Amazonas in Flammen: Wie unsere Lebensweise den größten Regenwald der Erde zerstört

Seit mehr als 16 Tagen brennen Tausende von Hektaren des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes. Er ist der größte Regenwald der Welt und gilt als die Lunge des Planeten, da er 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs produziert. Die ...
 In Somalia sind viele Leuten auf Entwicklungsilfe angewiesen | Bild (Ausschnitt): © Water Alternatives [CC BY-NC 2.0] - flickr

Die Schattenseite der Entwicklungshilfe: Wie Hilfsgelder das wirtschaftliche Wachstum Afrikas blockieren

Die negativen Schlagzeilen über Katastrophen, Konflikte, Krisen und Flucht in den Medien prägen das Bild Afrikas. Der Westen sieht Afrika als armen Kontinent, der Hilfe und Unterstützung braucht, und schickt milliardenschwere Entwicklungshilfepakete an den Kontinent. ...
Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?