Seiten
Kategorien

Zwischenbilanz zur Agenda 2030 – Industriestaaten verhindern Erfolg

-

Elektroschrotthalde in Afrika Durch übermäßigen Konsum der Industrienationen entsteht viel Müll, der häufig auf den afrikanischen Kontinent exportiert wird. |  Bild: © Fairphone [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Durch übermäßigen Konsum der Industrienationen entsteht viel Müll, der häufig auf den afrikanischen Kontinent exportiert wird. | Bild: © Fairphone [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Zwischenbilanz zur Agenda 2030 – Industriestaaten verhindern Erfolg

„Agenda 2030“  ist gefährdet. Das ermittelte eine letzte Woche veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Forscher-Netzwerks SDSN. Die Industrienationen werden ihrer Vorbildrolle nicht gerecht. Das Gegenteil ist sogar oft der Fall. Durch die Konsum- und Wegwerfgesellschaft werden die Lebensumstände in anderen Ländern verschlimmert. 1) SZ: Nachhaltigkeit kommt in den Entwicklungsländern nicht an; Artikel vom 06.07.17 2) Westfalen-Blatt: Studie sieht vor G20-Gipfel UN-Nachhaltigkeitsziele in Gefahr; Artikel vom 06.07.17

2015 wurde die Agenda 2030 von den Staats-und Regierungschefs der 157 Staaten der UN unterzeichnet. Zu den 17 Zielen bis 2030 gehören der Kampf gegen Hunger und Armut, eine flächendeckende Energieversorgung und nachhaltige Entwicklung. Man kann sie unter Leitprinzipien Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft zusammenfassen. Mit Erreichung dieser Ziele könnte man Fluchtgründen vorbeugen und echte Perspektiven schaffen. Stattdessen tun die Industriestaaten – auch Deutschland – nicht nur nicht genug, sie erschweren zudem den anderen Ländern jene zu erreichen. Ob das unzureichende Entwicklungshilfe, Ressourcenverschwendung, Waffenlieferungen in Kriegsgebiete  oder Elektroschrott ist, dadurch werden Menschen in die Flucht getrieben. Auch die Benutzung von fossilen Brennstoffen spielt eine Rolle. Es sind meist ärmere Länder, die aktuell schon vom Klimawandel betroffen sind. Extreme Dürren oder Überflutungen zerstören die Lebensgrundlage, verursachen Armut und Hunger. Armut wird auch durch Steuerflucht gefördert. Laut Angaben der UN gehen den Ländern jährlich durch die Steuervermeidung von Großkonzernen 100 Milliarden Dollar verloren. Zudem werden die Länder durch den Elektroschrott der Industriestaaten vermüllt. Oft suchen Kinder in jenem nach verwertbaren Rohstoffen. Dazu kommen die ganzen Waffenexporte in kriegstreibende Länder wie Saudi-Arabien. So werden Konflikte in Krisenregionen wie dem Jemen verstärkt. 3) SZ: Nachhaltigkeit kommt in den Entwicklungsländern nicht an; Artikel vom 06.07.17 4) Westfalen-Blatt: Studie sieht vor G20-Gipfel UN-Nachhaltigkeitsziele in Gefahr; Artikel vom 06.07.17 5) Deutschlandfunk: „Deutschland ein Fackelträger der nachhaltigen Entwicklung“; Artikel vom 02.06.17 6) bmz: Internationale Ziele. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung; Stand vom 10.07.17 7) Wirtschaft Regional: Bertelsmann-Studie zur Agenda 2030; 06.07.17 8) FAZ: Ein Präsident nach ihrem Geschmack; 21.05.2017 .

Ziele der Agenda 2030 sind das Ende von Hunger und der extremen Armut. Menschenrechte sollen überall sichergestellt sein, besonders Kinder geschützt, Frauenrechte gestärkt und der Zugang zu Bildung vorhanden sein. Korruption verschwindet und eine umfassende Gesundheitsvorsorge entsteht. Die Umwelt soll ausreichend geschützt werden. Dazu zählen eine nachhaltige Fischerei und Schutz der Regenwälder. Auch erneuerbare Energien sollen eine entscheidende Rolle spielen. Der Konsum und die damit verbundene Müllproduktion sollen zurückgehen. Die Industrienationen könnten sich hier ein Beispiel an Burundi oder dem Kongo nehmen. Jene produzieren im Jahr nur 0,2 Kilogramm Elektroschrott pro Person – die OECD Länder liegen bei jährlich 18 Kilogramm pro Person. Die Einhaltung der Agenda 2030 ist unsicher – nicht nur weil es keine verbindlichen Maßnahmen gibt, um die Ziele zu erreichen. Wie üblich, stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Das zeigte auch der G20 Gipfel. Wie von Experten gefordert, bekennen die Länder sich zwar zur Agenda, fraglich bleibt jedoch deren Umsetzung. 9) Welt: Die 17 UN-Ziele für eine bessere Welt – kurz erklärt, Artikel vom 26.09.15 10) Wirtschaft Regional: Bertelsmann-Studie zur Agenda 2030; 06.07.17  11) ZDF Heute: Klima: Es geht nur noch um das Machbare; nicht mehr verfügbar

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 0 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Adina / earthlink
Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben



Weitere interessante Infos:


 Abholzung des brasilianischen Regenwaldes | Bild (Ausschnitt): © Ibama [CC-BY-SA-2.0] - Wikimedia commons

Freihandelsabkommen mit Südamerika heizt die Brände am Amazonas an

Als im Sommer 2019 bekannt wurde, dass der Regenwald am Amazonas brennt, ging ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit. Satellitenaufnahmen von den Brandherden wurden auf den sozialen Medien geteilt, in den Nachrichten waren täglich Bilder von ...
 Eine Straßenblockade in La Paz (Bolivien) 2016. Auch bei den aktuellen Konflikten kam es immer wieder zu Blockaden. Das Militär ging dabei häufig gewaltsam gegen Demonstranten vor. | Bild (Ausschnitt): © C-Monster [(CC BY-NC 2.0)] - flickr

Die politische Krise in Bolivien: Wer hat Schuld woran?

In den vergangenen drei Wochen wurde Bolivien von immer neuen Wellen an Protesten, Demonstrationen und Gewalt erschüttert. 30 Menschen kamen dabei ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Die Opposition beschuldigt den ehemalige Präsident Evo Morales des ...
 Die USA und andere westliche Staaten unterstützen den autokratisch regierenden ägyptischen Präsidenten Abdelfattah al-Sisi (rechts), Donald Trump (links) bezeichnete ihn sogar als seinen

Ägypten: Menschenrechtslage hat sich unter al-Sisi verschlimmert

Der neue Amnesty-International-Bericht „Permanent State of Exception“ (Permanenter Ausnahmezustand) über die Menschenrechtslage in Ägypten zeichnet ein katastrophales Bild von dem Land am Nil
 Kinder im Flüchtlingslager Aida in Bethlehem im Westjordanland | Bild (Ausschnitt): © Michele Benericetti [CC BY-ND 2.0] - flickr

Palästinensische Flüchtlinge warten seit 70 Jahren auf Rückkehr

Anfang November hat der Europäische Gerichtshof beschlossen, dass Produkte, die aus israelischen Siedlungen im Westjordanland stammen, nicht als „Made in Israel“ bezeichnet werden dürfen. Denn die Westbank ist seit 1976 von Israel besetzt, völkerrechtlich aber ...
 2015 wünschte sich Syriens Diktator Baschar al-Assad Angela Merkel als Vermittlerin im Syrienkonflikt - doch Merkel zeigte kaum Interesse | Bild (Ausschnitt): © EU2017EE Estonian Presidency [Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0) ] - flickr

Verpasste Chance: Wie Merkel 2015 in Syrien hätte vermitteln können

Seit über 8 Jahren tobt in Syrien ein erbitterter und grausamer Bürgerkrieg, der bereits hunderttausende Menschenleben gekostet und Millionen Zivilisten in die Flucht getrieben hat. Doch hätte ein Teil des Leides womöglich von der deutschen ...
Zerstörte Stadt in Syrien Das Ausmaß der Zerstörung in Syrien ist nach mehr als acht Kriegsjahren immens | Bild (Ausschnitt): © Chaoyue 超越 PAN 潘 [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Ein kleiner Schimmer Hoffnung oder doch aussichtslos? – Verhandlungen um eine neue syrische Verfassung

Der Bürgerkrieg in Syrien hält inzwischen seit mehr als acht Jahren an. Verhandlungen und Interventionen jeglicher Art blieben alle samt erfolglos. Die Liste der Beteiligten ist lang. Das Assad-Regime, die Rebellen, die Kurden, der Islamische ...
Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?