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Der Heerwurm frisst Afrika in eine Hungersnot

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Herbst-Heerwurm  Bild: © European Commission DG ECHO [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Bild: © European Commission DG ECHO [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Der Heerwurm frisst Afrika in eine Hungersnot

Der Heerwurm fällt über die Maisfelder in Subsahara-Afrika her. Zusätzlich zu den schlimmen Dürren in den letzten zwei Jahren bedroht er nun auch die Existenz von 40 Millionen Menschen in der Region. Die FAO rechnet mit einem Ausfall von 15 Prozent der erwarteten Lebensmittel. 1) FAO: Fall army worm outbreak a blow to prospects of recovery for southern Africa; Artikel vom 03.02.17

Der Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda) ist die Raupe eines Eulenfalters. Er kommt normalerweise in den tropischen und subtropischen Gebieten des amerikanischen Kontinents vor. Die Raupe frisst von drei Wochen lang und wird, nachdem sie sich verpuppt hat, zu einem Falter. Dieser reist bei günstigen Bedingungen hunderte Kilometer und legt bis zu tausend Eier. So ist eine massenhafte Ausbreitung möglich. 2) Greenpeace Magazin: Neue Raupenplage in Afrika: die Furcht vor dem Herbst-Heerwurm Von Jürgen Bätz, dpa; Artikel vom 09.02.17

In Nord- und Südamerika richtete der Wurm schon immense Schäden an. 3) Spiegel Online: Heerwurm bedroht Maisernten in Afrika; Artikel vom 15.02.17 Anfang 2016 wurde er das erste Mal auf dem afrikanischen Kontinent registriert. Vermutlich wurde er in Flugzeugen aus Versehen in Containern nach Afrika transportiert. 4) Deutschlandfunk: Der Herbst-Heerwurm breitet sich in Afrika weiter aus; Artikel vom 17.02.17 Rund ein Jahr nachdem der Heerwurm das erste Mal in Nigeria auftauchte, hat er sich bereits 5000 Kilometer in den Süden gefressen. Durch die günstigen Temperaturen kann es bis zu 12 Generationen des Schädlings pro Jahr geben. 5) Greenpeace Magazin: Neue Raupenplage in Afrika: die Furcht vor dem Herbst-Heerwurm Von Jürgen Bätz, dpa; Artikel vom 09.02.17 Der Wurm, der in zwei Varianten auftritt, frisst die meisten Anbauprodukte, von denen viele afrikanische Länder abhängig sind, wie Mais, Reis, Hirse, aber auch Zuckerrohr und Erdnüsse. 6) Deutschlandfunk: Der Herbst-Heerwurm breitet sich in Afrika weiter aus; Artikel vom 17.02.17

In den betroffenen Ländern wie zum Beispiel Sambia, Malawi und Simbabwe ist ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig. Viele der Bauern in diesen Staaten produzieren für den Eigenbedarf. Vor allem in diesen Ländern sind durch den Heerwurm verursachte Ernteausfälle katastrophal, da sich die vom Anbau abhängigen Menschen nicht mehr versorgen können. Während in Sambia 130.000 Hektar Mais durch Befall vernichtet wurden, hat sich der Wurm in Simbabwe auch großflächig ausgebreitet. Hier sind 9 von 10 Provinzen des Landes betroffen. 7) Greenpeace Magazin: Neue Raupenplage in Afrika: die Furcht vor dem Herbst-Heerwurm Von Jürgen Bätz, dpa; Artikel vom 09.02.17 Auch Südafrika, wo der meiste Mais in der Region angebaut wird, hat Ernteausfälle zu beklagen. Hier wurden drei Viertel der Maisernte vom Heerwurm gefressen. 8) Deutschlandfunk: Der Herbst-Heerwurm breitet sich in Afrika weiter aus; Artikel vom 17.02.17

Bekämpft werden kann der Herbst-Heerwurm nur schwer, da er gegen viele Pestizide resistent ist. 9) Deutschlandfunk: Der Herbst-Heerwurm breitet sich in Afrika weiter aus; Artikel vom 17.02.17 Er kann zwar in frühem Stadium noch durch den Einsatz von Pestiziden bekämpft werden. Sobald er sich in Pflanzen hineingefressen hat, hilft aber nur seine Fortbewegung durch Gräben zwischen Feldern einzuschränken. 10) Greenpeace Magazin: Neue Raupenplage in Afrika: die Furcht vor dem Herbst-Heerwurm Von Jürgen Bätz, dpa; Artikel vom 09.02.17 Ein Stopp der weiteren Verbreitung ist oft nur durch gezieltes Abbrennen der Felder möglich.

Das Beispiel des Heerwurms zeigt, dass die Globalisierung und der weltweite Handel oft ganz unbeabsichtigt humanitäre Katastrophen auslösen und für Fluchtgründe sorgen können.

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Johannes Moser

Ich studiere derzeit Politikwissenschaft und Soziologie an der LMU in München. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu Themen verbreiten, die sonst kaum oder nicht beachtet werden.

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