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Untersuchung gegen WWF – Streitpunkt Indigene in Kamerun

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Baka in Kamerun Baka in Kamerun |  Bild: ©  Corinne Staley [CC BY-NC 2.0]  - flickr

Baka in Kamerun | Bild: © Corinne Staley [CC BY-NC 2.0] - flickr

Untersuchung gegen WWF – Streitpunkt Indigene in Kamerun

Die OECD hat eine Beschwerde der Menschenrechtsorganisation Survival International gegen den WWF (World Wide Fund for Nature) angenommen und ein Mediationsverfahren eingeleitet. Streitpunkt ist das Vorgehen gegen die Baka, eine indigene Gruppe in Kamerun. Sie leiden unter Misshandlungen von Anti-Wilderer-Einheiten, die vom WWF für die Bewachung von Naturschutzzonen eingesetzt werden.1) Survival International: Beispiellos: OECD leitet Untersuchung gegen WWF ein; nicht mehr verfügbar

Die Einrichtung der Schutzzonen in den Wäldern Kameruns kommt laut Survival International einer Enteignung der Baka gleich. Ihnen wurde ohne freiwillige, vorherige und informierte Zustimmung Land genommen. Diese UN-Richtlinien für den Umgang mit indigenen Bevölkerungsgruppen wurden anscheinend nicht beachtet, da die Baka nun keinen Zutritt mehr zu ihrem angestammten Land haben. Der Wald bedeutet für sie Heimat und Überleben, da sie durch die Jagd und das Sammeln von Nahrungsmitteln ihre Familien ernähren. Diese Ressourcennutzung wird nun stark kriminalisiert und wenn Gemeinschaften versuchen, Zugang zu ihrem alten Land zu erhalten, werden sie oft hart bestraft. Die Folgen sind Hunger und vermehrt Malaria- und HIV-Infizierungen.2) Survival International: Survival International Charitable Trust v World Wide Fund for Nature; zuletzt geprüft am 19.01.2017 Baka berichten von Folter, Schlägen durch Macheten und Tod.3) Survival International: Beispiellos: OECD leitet Untersuchung gegen WWF ein; nicht mehr verfügbar Selbst minderjährige Kinder wurden misshandelt.4) Survival International: Ein Baka klagt an; zuletzt geprüft am 18.01.2017 Doch dies geschieht anscheinend nicht nur, wenn die Baka selbst in den Wald gehen. Sie berichten, dass die Anti-Wilderer-Einheiten in ihre Dörfer kommen, auch nachts, um sie ohne Grund zu quälen.5) Survival International: Baka appellieren an WWF; zuletzt geprüft am 18.01.2017 6) Survival International: Baka im Namen des Naturschutzes misshandelt; zuletzt geprüft am 18.01.2017

Der WWF finanziert durch das kamerunische Ministerium für Wälder und Fauna die Anti-Wilderer-Einheiten und bildet und rüstet sie aus.7) Survival International: Survival International Charitable Trust v World Wide Fund for Nature; zuletzt geprüft am 19.01.2017 Sie sollen die von der Organisation eingerichteten Schutzgebiete bewachen und kommerzielle Wilderei bekämpfen. In seiner Stellungnahme zu der OECD-Untersuchung versichert der WWF, seine Projekte auf die Rechte der Baka abzustimmen und Menschenrechtstrainings für die Wildhüter zu organisieren.8) WWF: WWF zum OECD-Mediationsprozess; veröffentlicht am 21.12.2016 Er bestätigt, dass es ein gewaltsames Vorgehen gegen die Indigenen gab, dies habe aber abgenommen. Doch das widerlegen zahlreiche Aussagen der Baka.9) Survival International: Letters revised translation; zuletzt geprüft am 19.01.2017 Einige wenige Indigene sollen selbst als Führer für kommerzielle Wilderer gearbeitet haben. Doch das sei keine Rechtfertigung für schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen, die seit Jahren andauerten, so Survival.10) Survival International: Jäger oder Wilderer? Survival, die Baka und der WWF; veröffentlicht am 16.10.2014 Der WWF ist der Meinung, der Naturschutz durch Schutzzonen komme den dort lebenden Indigenen zugute.11) WWF: WWF zum OECD-Mediationsprozess; veröffentlicht am 21.12.2016 Survival dagegen schätzt die Indigenen als die besten Naturschützer für ihr Land ein: „Von überragender Bedeutung für die Identität der “Pygmäen”-Völker ist ihre innige Beziehung zu den Wäldern, in denen sie leben, ihre Religion ausüben und die sie seit Generationen schützen.“12) Survival International: Die ‚Pygmäen‘; zuletzt geprüft am 19.01.2017

Die Menschenrechtsorganisation fordert den WWF seit 1991 auf, sein Vorgehen im Fall der Baka in Kamerun zu ändern.13) Survival International: Beispiellos: OECD leitet Untersuchung gegen WWF ein; nicht mehr verfügbar Da der Austausch aber keine Besserung gebracht habe, sei nun der offizielle Weg einer Beschwerde bei der OECD gewählt worden.14) Survival International: Survival International Charitable Trust v The World Wide Fund For Nature; zuletzt geprüft am 19.01.2017

Die Naturschutzorganisation hat sich in ihren Richtlinien verpflichtet, Interventionen nicht zu unterstützen, die nicht mit der UN-Regelung der vorherigen, freien und informierten Zustimmung der angestammten Indigenen einhergehen. Auch solche Projekte, die die Rechte und die Territorien der Bevölkerungsgruppen berühren, sollen nicht verwirklicht werden.15) Survival International: Survival International Charitable Trust v The World Wide Fund For Nature; zuletzt geprüft am 19.01.2017 Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagt: „Der WWF hat nichts unternommen, um die Sorgen von tausenden Indigenen effektiv zu adressieren, die durch seine Projekte enteignet und misshandelt wurden. Das muss sich ändern. Wenn der WWF nicht gewährleisten kann, dass seine Vorhaben UN- und OECD-Standards einhalten, sollte er sie einfach nicht finanzieren. Was auch immer der WWF an anderer Stelle Gutes tut, kann nicht entschuldigen, dass er Menschenrechtsverletzungen finanziert.“16) Survival International: Beispiellos: OECD leitet Untersuchung gegen WWF ein; nicht mehr verfügbar

Weitere Informationen hier (von Survival International) und hier (vom WWF).

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Inken Pollmann

Ich studiere Staatswissenschaften mit den Schwerpunkten Politikwissenschaft und Öffentliches Recht und engagiere mich in den Bereichen Integration und Politische Bildung. Meine Zeit bei earthlink ist mit den aufrüttelnden Kampagnen Fluchtgrund, Drogen Macht Welt Schmerz und Aktiv gegen Kinderarbeit gefüllt.

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