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Unabdingbare Solidarität: Fluchtbewegungen infolge des durch Menschen verursachten Klimawandel

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  Bild: © delphic [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

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Unabdingbare Solidarität: Fluchtbewegungen infolge des durch Menschen verursachten Klimawandel

Man hat sich an Fluchtbewegungen im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten und Kriegen schon fast gewöhnt. Aber eine Fluchtursache, die noch immer nicht genügend beachtet wird, ist der durch den Menschen verursachten Klimawandel. Der massive Ausstoß von Treibhausgasen durch die Industrie- und Schwellenländer führt zu einem noch nie so dagewesenen Klimawandel, der charakteristisch für eine neue geologische Epoche ist: das Anthropozän, also die Epoche, in der der Mensch maßgeblichen Einfluss auf die Prozesse der Erde hat.

Die Klimaerwärmung führt zu massiven Dürreperioden, wie in Malawi 1) News Deeply: Climate Refugees: People and the Environment Treated as Disposable; Artikel vom 16.12.16 oder Syrien 2) Raus aus der Destabilisierung durch fossile Energien, In: Weitblick 3/2016, S. 2 , oder zu Überflutungen, wie auf vielen asiatisch-pazifischen Inseln, z.B. Kiribati.

„Länder, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit auch (politische) Instabilität erfahren“ 3) Zeit Online: Das Globalisierte Risiko; Artikel vom 29.10.14

In vielen afrikanischen Ländern wie Malawi und Äthiopien sorgt der Wechsel aus extremen Dürreperioden und Überschwemmungen für einen Mangel an bebaubarer Ackerfläche und somit Nahrungsknappheit. Darüber hinaus heizen sich in Ländern wie dem Süd-Sudan diese durch den anthropogenen Klimawandel verursachten Effekte und die schon bestehenden Konflikte gegenseitig an.

Das mittlerweile bekannteste Beispiel hierfür ist Syrien, ein Land in dem seit 2011 ein blutiger Bürgerkrieg herrscht. Ausschlaggebend hierfür ist unter anderem die intensivste Dürreperiode seit 900 Jahren 4) Raus aus der Destabilisierung durch fossile Energien, In: Weitblick 3/2016, S. 2 . Infolgedessen verloren syrische Bauern über 80% ihrer Herden und dadurch ihren Lebensunterhalt. Der daraus folgende Zuzug in die Städte und die aussichtslose Lage vieler Syrer entzündete den Konflikt.

Aber nicht nur in den in Europa bekannten Krisenherden in Afrika und dem nahen und mittleren Osten zwingt der Klimawandel die Menschen zur Flucht. Besonders sind durch den steigenden Meeresspiegel Menschen in Asien und den pazifischen Inseln betroffen. Hier leben vergleichsweise viele Menschen in oft überfluteten Gegenden.  Ziele der Fluchtbewegungen sind meistens Länder wie Indien, Australien oder Neuseeland, die jedoch entweder nicht genügend auf die eintreffenden Flüchtlinge vorbereitet sind 5) Climate Home: India ‚lacks plan‘ to cope with climate-linked migration; Artikel vom 22.12.16 oder nicht bereit sind diese aufzunehmen. Aber auch inländische Fluchtbewegungen stellen betroffene Länder vor immer größere Herausforderungen.

Das Problem der Klimaflucht wird bislang zu wenig beachtet. Notwendig sind aber sichere Fluchtrouten für Flüchtlinge sowie Hilfe und Sicherheit für Menschen, die aus finanziellen Gründen nicht fliehen können oder sich entscheiden ihr Land nicht zu verlassen, sowie neue Perspektiven und Möglichkeiten für alle Betroffene ein gutes Leben zu führen. Das Risiko von ausbrechenden Konflikten, unter Bevölkerungsgruppen in den Zielländern der Flüchtlingsströme, wie auch zwischenstaatlich um Ressourcen,  wird in Zukunft durch den fortschreitenden anthropogenen Klimawandel steigen 6) Süddeutsche Zeitung: Mehr Gewalt durch den Klimawandel; Artikel vom 02.08.13 . Auch wenn uns die Flucht verursachende Klimaveränderung in Deutschland nicht direkt oder noch nicht betrifft, die Folgen werden es auf lange Sicht (und aktuell durch den Bürgerkrieg in Syrien jetzt schon). Unsere Solidarität mit den Betroffenen und Flüchtlingen sollte unabdingbar sein.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Johannes / earthlink

Ich studiere derzeit Politikwissenschaft und Soziologie an der LMU in München. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu Themen verbreiten, die sonst kaum oder nicht beachtet werden.

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