Seiten
Kategorien

EU-Rettungsmission „Sophia“ – Spielt sie Schleppern in die Karten?

-

Rettung Flüchtlinge  Bild: ©  Brainbitch [CC BY-NC 2.0]  - flickr

Bild: © Brainbitch [CC BY-NC 2.0] - flickr

EU-Rettungsmission „Sophia“ – Spielt sie Schleppern in die Karten?

Das vergangene Jahr war das tödlichste Jahr im Mittelmeer. 1) Pro Asyl: Teurer Etikettenschwindel: Die EU-Militäroperation „Sophia“ im Mittelmeer; veröffentlicht am 15.07.2016  Schätzungsweise fast 5000 Flüchtlinge sind auf ihrer Reise über das Wasser ums Leben gekommen. 2) Deutschlandfunk: Mehr Tote im Mittelmeer, weil EU Schleuserboote zerstört; veröffentlicht am 18.11.2016 Rettungsprogramme wie die europäische Mission „Sophia“ sollen eigentlich Schleppernetzwerke bekämpfen und Menschen retten, doch Kritiker sehen das Vorhaben als indirekt mitverantwortlich für die vielen Unglücke. 3) Pro Asyl: Teurer Etikettenschwindel: Die EU-Militäroperation „Sophia“ im Mittelmeer; veröffentlicht am 15.07.2016

Das EU-Vorhaben umfasst mehr als 1400 Soldaten und Zivilisten im Einsatz. Die Bereitstellung der  deutschen Schiffe kostet 45 Millionen Euro pro Jahr. 4) ARD: Operation Sophia – Schlepperpropaganda statt Seenotrettung; veröffentlicht am14.07.2016 Das Ziel ist, die Wege der Schlepperbanden zu stören, sie abzuschrecken und aufzuhalten. Die illegale Flucht soll gestoppt und Menschenhandel-Netzwerke bekämpft werden. 5) Sputnik: Mittelmeer-Fiasko: EU-Mission „Sophia“ wirkungslos gegen Flüchtlingsstrom; veröffentlicht am 14.05.2016

Ein Ausschuss des Oberhauses des britischen Parlaments beschäftigte sich intensiv mit dem Programm. Er legte einen Bericht vor, der „Sophia“ als zu teuer und ohne Wirkung auf Schlepperbanden kritisiert. 6) Sputnik: Mittelmeer-Fiasko: EU-Mission „Sophia“ wirkungslos gegen Flüchtlingsstrom; veröffentlicht am 14.05.2016 Die Präsenz von Schiffen auf der einen Route hinderten die Schlepper nicht daran, andere Routen zu finden und zu befahren. Es wurden zwar viele Menschen durch den Einsatz gerettet, doch den Kern des Mandats habe die Mission verfehlt. Sie helfe sogar den Banden, da diese nur noch auf der Hohen See fahren würden und nicht die europäischen Häfen in der staatlichen 12-Meilen-Zone anfahren müssten. 7) Parliament: Chapter 3: Assessment of Operation Sophia; zuletzt geprüft am 02.01.2017 Der Frontex-Direktor Klaus Rösler sieht das ähnlich. Die Maßnahmen erhöhten die Anzahl an Ausreisen: Schlepper schickten noch mehr Flüchtlinge auf See in noch untüchtigeren Booten, da sie auf die Küstenwache und ihre Präsenz setzten. 8) Deutsche Welle: Frontex rechnet mit 300.000 Bootsflüchtlingen aus Libyen; veröffentlicht am 18.06.2016 Auch der UN-Sondergesandte  für Libyen, Martin Kobler, kritisiert, dass Schleuserbanden von „Sophia“ profitieren würden. „ [Die Schleuser] rufen sogar die italienische Küstenwache an: Holt diese Menschen jetzt dort ab!“, so Kobler. 9) Deutsche Welle: Martin Kobler: „Rettungsoperation ziehen Schleuser an“; veröffentlicht am 29.11.2016 Die Kritik schlägt sich auch in dem mäßigen Erfolg nieder. Ein italienischer Staatsanwalt, der diese Fälle verfolgt, meint: Bisher seien nur kleine Fische festgenommen worden, zum Beispiel Flüchtlinge, die für eine kostenlose Überfahrt die Boote steuern. 10) ARD: Operation Sophia – Schlepperpropaganda statt Seenotrettung; veröffentlicht am14.07.2016

Es besteht zudem die Vermutung, dass viel mehr Menschen gerettet werden könnten, wenn die Boote für die Seenotrettung wirklich geeignet wären. 11) ARD: Operation Sophia – Schlepperpropaganda statt Seenotrettung; veröffentlicht am14.07.2016 Die verwendeten Kriegsschiffe könnten dies nicht so bewältigen wie zivile Schiffe. Der Einsatz dieser wäre zudem günstiger.  Eine andere Alternative könnten legale Fluchtwege sein. Laut Pro Asyl könne man so das Geschäft der Schlepper zerstören. 12) Pro Asyl: Teurer Etikettenschwindel: Die EU-Militäroperation „Sophia“ im Mittelmeer; veröffentlicht am 15.07.2016 Martin Kobler möchte direkt in Libyen ansetzen. Am Flucht-Startpunkt müssten Schlepper festgenommen und bestraft werden. Das ist allerdings aufgrund der fehlenden Staatlichkeit und somit fehlender unabhängiger Gerichtsbarkeit unwahrscheinlich. 13) Deutsche Welle: Martin Kobler: „Rettungsoperation ziehen Schleuser an“; veröffentlicht am 29.11.2016

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 0 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Inken / earthlink

Ich studiere Staatswissenschaften mit den Schwerpunkten Politikwissenschaft und Öffentliches Recht und engagiere mich in den Bereichen Integration und Politische Bildung. Meine Zeit bei earthlink ist mit den aufrüttelnden Kampagnen Fluchtgrund, Drogen Macht Welt Schmerz und Aktiv gegen Kinderarbeit gefüllt.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?